Chalkidiki
Chalkidikí » Hinterland » Petrálona

Unmittelbar am Ortsende des kleinen Dörfchens wurde 1959 durch den Dorfbewohner Filippós Hatzáridis eine Höhle entdeckt. Einige Dorfbewohner drangen daraufhin mit Hacken und Schaufeln bewaffnet in das unterirdische Labyrinth ein und entdeckten Erstaunliches.


Höhlenbereich von Petrálona

So fanden sich dort nicht nur Tausende von Stalagmiten und Stalagtiten, sondern auch die sterblichen Überreste verschiedener Tierarten als auch die von Menschen. Wissenschaftler der Anthropologischen Gesellschaft Griechenlands erforschten die Höhle daraufhin professionell. Was ihre Ergebnisse zutage brachten, war und ist sensationell.

Es wurden in der Tropfsteinhöhle nicht nur die bisher ältesten Feuerspuren der Welt entdeckt, sondern auch die Knochen von in Europa zum Teil längst nicht mehr vorkommenden Tieren. Darunter solche von Bären, Nashörnern, Hyänen, Löwen, Wölfen, Panthern, Füchsen, Hunden und zahlreichen anderen Kleintierarten.

Der erstaunlichste Fund war allerdings 1960 das Skelett eines Mannes, welcher vor rund 700.000 Jahren gelebt haben muß und damit deutlich älter ist als der Neandertaler. Er wird einer Vorstufe des Homo Sapiens zugerechnet. Auch sein vermutlich erreichtes Alter erstaunt die Experten, denn mit 30 bis 35 Jahren ist er deutlich älter geworden als andere Menschen zu jener und auch späterer Zeit, welche normalerweise höchstens 18 bis 20 Jahre alt wurden.

Das Skelett samt Schädel wird heute in der Universität von Thessaloníki aufbewahrt. Neben dem Höhleneingang befindet sich jedoch ein kleines Museum, in dem eine Rekonstruktion des Fundortes zu sehen ist. Auch sind dort zahlreiche andere Fundstücke zu besichtigen. Vor allem Tierknochen als auch Steine und Werkzeuge aus den verschiedenen freigelegten Erdschichten in der Höhle.

Die Höhle selbst kann ebenfalls besichtigt werden. Der geführte Rundgang dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Leider werden die Führungen nur in griechischer und englischer Sprache erklärt, es sei denn, ein Führer spricht zufällig Deutsch. Die Temperatur in der Höhle beträgt das ganze Jahr über konstant 17°C bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 85 und 98%.

Im Zugang zur Höhle sind Schaukästen ausgestellt, die Überreste von Tieren enthalten, z.B. Knochen und Zähne. In der Höhle selbst hat man Nachbildungen von Menschen errichtet, die anschaulich machen, wie diese damals lebten. Auch Tierfiguren hat man an bestimmte Stellen plaziert. Im sogenannten Mausoleum, dem Fundort des Archantropus, hat man durch eine nachgebildete Figur dargestellt, in welcher Position man das Skelett entdeckt hat.


Nachbildung des Mausoleums im Museum der Höhle von Petrálona

Während des Rundgangs gelangt man durch mehrere große und kleine "Räume", in denen eindrucksvolle Stalagmiten und Stalagtiten zu bewundern sind. Der Weg ist an manchen Stellen zwar recht eng, aber die phantastischen Naturgebilde entschädigen für kleinere Anstrengungen.

Das Fotografieren ist in der Höhle übrigens verboten. Allerdings können im zugehörigen Museum Fotos gemacht oder an der Kasse Ansichtskarten gekauft werden, die auch Motive aus der Höhle enthalten.

  | © Michael Brüser, Lennestadt |