Chalkidiki
Chalkidikí » Hinterland » Ólynthos

Nahe des Örtchens Néa Ólynthos befindet sich die archäologische Ausgrabungsstätte des antiken Ólynthos. Diese ehemalige Stadt war einst das bedeutendste Zentrum Chalkidikís.

Man erreicht das Gelände, indem man auf der Hauptstraße von Néa Moudaniá nach Nikíti entweder von Westen kommend in Richtung Néa Ólynthos abbiegt, dort an der ersten Kreuzung dem nächsten Wegweiser folgt und dementsprechend rechts abbiegt. An der nächsten Straßengabelung fehlt ein weiterer Wegweiser. Dort geht es jedenfalls nach links weiter. Die andere Alternative ist die östliche Zufahrt von der Hauptstraße nach Néa Ólynthos. In diesem Fall kommt man direkt am antiken Ólynthos vorbei.

Vom Kassenhäuschen aus führt ein rund 700 Meter langer Weg auf den Hügel, wo sich die Ruinen befinden. Schatten findet man auf dieser Strecke so gut wie gar nicht, daher sollte man ruhig eine Wasserflasche mitführen, auch wenn die Strecke nicht weit erscheint.

Das antike Ólynthos wurde bereits im 6. Jahrhundert v.Chr. gegründet. Die Überreste dieser ersten Stadt befinden sich auf dem südlichen Hügel des Plateaus. Dort finden sich überall noch unsortierte Steine, Tonscherben und andere antike Reste. Ansonsten sind bislang lediglich einige wenige Straßenzüge und Mauerreste freigelegt worden.


Ólynthos Süd: Stadtreste

Ólynthos Süd: Befestigungsmauer

In diesem südlichen Teil des Geländes siedelten im 7. Jahrhundert v.Chr. die Bottiäer und einige Zeit später die Chalkider aus Euböä. Von letzteren erhielt Chalkidikí übrigens die bis heute geltende Bezeichnung.

479 v.Chr. zerstörten die Perser dieses erste Ólynthos. Es wurde an dieser Stelle nicht wieder aufgebaut.


Ólynthos Süd: Straße

Ólynthos Süd: Häusermauern

Interessanter als der Südhügel ist jener im Norden. Obwohl auch hier nichts spektakuläres zu erwarten ist, zeigt sich doch eindrucksvoll, wie durchdacht bereits damals Städteplanung war.

Das einst hier gelegene neuere Ólynthos wurde unter dem makedonischen König Perdikkas II. 432 v.Chr. errichtet. Man hielt sich dabei an die Planungen des seinerzeit sehr bekannten kleinasiatischen Baumeisters Hypódamos. So sind Hauptstraßen mit einer Breite von 7 Metern zu erkennen, die allesamt parallel angelegt sind. Von ihnen gehen in regelmäßigen Abständen Nebenstraßen von 5 Metern Breite ab. Auf diese Weise entstanden Blöcke von je 10 Häusern.


Ólynthos Nord: Stadtreste

In dieser ehemaligen Hauptstadt des chalkidikíschen Bundes lebten seinerzeit etwa 20.000 Menschen, was für die damalige Zeit eine erstaunliche Anzahl ist.

Erstaunlich ist ebenfalls, daß die Archäologen und Wissenschaftler keinerlei Herrscherbereiche ausmachen konnten. Die einzigen Unterschiede bei den Häusern lagen in deren Ausstattung, die mal mehr, mal weniger prunkvoll war. So sind in einigen Häuserresten noch teilweise gut erhaltene Bodenmosaike vorhanden. Vielleicht wurde diese Stadt damals bereits demokratisch geführt?


Ólynthos Nord: Häusermauern

Ólynthos Nord: Mosaik

An einigen Stellen finden sich noch im Boden eingelassene Behälter, die wie große Vasen erscheinen. Sie dienten vermutlich als Weinlager. Vielleicht hat man darin aber auch Weintrauben zerstampft.

Zur Stadt gehörte auch ein ausgeklügeltes Be- und Entwässerungssystem, welches leicht zu erkennen ist. Von Räumen mit Badewannen einmal ganz abgesehen, mutete diese Stadt für heutige Verhältnisse doch bereits erstaunlich modern an.


Ólynthos Nord: Badezimmer

Ólynthos Nord: Häusermauern

348 v.Chr. wurde dieses neuere antike Ólynthos unter dem Befehl von Philipp II. zerstört. Wahrscheinlich wurde die damals sehr bedeutsame und einflußreiche Stadt den Makedoniern zu mächtig. Die einstigen Bewohner hatte man in die Sklaverei verkauft, sofern sie nicht getötet wurden.

  | © Michael Brüser, Lennestadt |